Das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) ist eine der häufigsten endokrin-metabolischen Erkrankungen bei Frauen im reproduktiven Alter und geht mit einem komplex gestörten hormonellen Gleichgewicht einher. Neben Insulinresistenz bestehen erhöhte Risiken für Typ-2-Diabetes, Adipositas, Dyslipidämie, arterielle Hypertonie sowie eine frühe Manifestation kardiovaskulärer Ereignisse und eine gesteigerte kardiovaskuläre Mortalität. Ethnische Unterschiede beeinflussen die klinische Ausprägung von PCOS erheblich; insbesondere bei türkischstämmigen jungen Frauen besteht eine genetisch bedingte erhöhte Prävalenz.
Dieser Workshop vermittelt praxisnahes Wissen zu Vorkommen, Labordiagnostik, Pathophysiologie, Komplikationen und Therapie des PCOS gemäß der aktuellen S2k-Leitlinie. Ein besonderer Fokus liegt auf kultursensiblen Versorgungsansätzen bei Patientinnen mit Migrationshintergrund. Neben der Berücksichtigung sprachlicher und soziokultureller Barrieren werden evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen (u. a. niedriger glykämischer Index, ballaststoffreiche Kost) sowie Konzepte zum Empowerment vorgestellt, um Eigenfürsorge und Therapieadhärenz nachhaltig zu stärken.