Autor:innen:
S. Kahl (Düsseldorf, DE)
G. Xourafa (Düsseldorf, DE)
A. Härtel (Berlin, DE)
B. Amann (Berlin, DE)
U. Dischinger (Würzburg, DE)
A. Geier (Würzburg, DE)
K. Laubner (Freiburg, DE)
J. Seufert (Freiburg, DE)
A. Lerner (Leipzig, DE)
I. Schiefke (Leipzig, DE)
Z. Kender (Heidelberg, DE)
S. Kopf (Heidelberg, DE)
J. Szendrödi (Heidelberg, DE)
C. Herder (Düsseldorf, DE)
A. Tura (Padua, IT)
B. Knebel (Düsseldorf, DE)
U. Drebber (Köln, DE)
A. Tannapfel (Bochum, DE)
V. Ratziu (Paris, FR)
K. Cusi (Gainesville, US)
A. Birkenfeld (Tübingen, DE)
M. Hrabě de Angelis (München, DE)
A. Schürmann (Potsdam-Rehbrücke, DE)
M. Solimena (Dresden, DE)
M. Roden (Düsseldorf, DE)
Fragestellung:
Ob Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren und deren Kombination mit Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten die Diabetes-bedingte metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH) verbessern, ist derzeit unbekannt.
Methodik:
COMBAT_T2_NASH verglich die Wirkung von Empagliflozin (10 mg/d) plus Semaglutid (1 mg/w; COMB) mit der Wirkung von Empagliflozin allein (10 mg/d; EMPA) und Placebo (PLAC) bei Biopsie-bestätigter MASH mit Fibrosegrad F1 – F3 bei 61 Personen mit Typ-2-Diabetes. Der primäre Endpunkt war die Remission der MASH ohne Fibroseprogression nach 48 Wochen. Sekundäre Endpunkte waren Veränderungen des NAFLD-Aktivitäts-Scores (NAS), der Aktivitätskomponente (lobuläre Entzündung + Ballonierung) und der Steatose. Die statistischen Analysen umfassten den Fisher-Exakt-Test, die ANCOVA und den zweiseitigen t-Test. Die Daten sind als Mittelwert und Standardabweichung angegeben.
Ergebnisse:
Die Teilnehmer (48 % weiblich, Alter 56 ± 11 Jahre, BMI 33 ± 5 kg/m², HbA1c 7,4 ± 1%) erhielten COMB (n = 23), EMPA (n = 17) oder PLAC (n = 21). Das Körpergewicht sank nach 48-wöchiger Behandlung unter COMB (-8,6 ± 5,4 kg), nicht jedoch unter EMPA (-0,4 ± 7,4 kg) im Vergleich zu PLAC (0,1 ± 3,4 kg; p < 0,0001 bzw. p = 0,82). Auch der HbA1c-Wert verbesserte sich nur unter COMB (-1,3 ± 0,9 %), nicht aber unter EMPA (-0,4 ± 0,7 %) im Vergleich zu PLAC (-0,1 ± 0,9 %; p = 0,0002 bzw. p = 0,25). Der Anteil der Teilnehmer mit MASH-Remission ohne Fibroseprogression war in der COMB-Gruppe (9,5 %) nominell höher als in der EMPA-Gruppe (0 %) im Vergleich zur PLAC-Gruppe (5,6 %; jeweils p = 1,0). Der NAS-Score verbesserte sich in der COMB-Gruppe (-1,3 ± 1,0), nicht jedoch in der EMPA-Gruppe (-0,1 ± 0,7) im Vergleich zur PLAC-Gruppe (-0,1 ± 1,1; p = 0,0002 bzw. p = 0,9221). Die COMB-Gruppe zeigte eine stärkere Reduktion der Steatose (-0,38 ± 0,35) und der Aktivitätskomponente (-0,90 ± 0,90) als die PLAC-Gruppe (0,06 ± 0,38 bzw. -0,14 ± 0,97; p < 0,0001 bzw. p = 0,0078), während die EMPA-Gruppe (-0,17 ± 0,36 bzw. 0,07 ± 0,68) im Vergleich zur PLAC keine signifikanten Veränderungen aufwies.
Schlussfolgerung:
Die 48-wöchige Behandlung von Personen mit Typ-2-Diabetes und MASH mit einer Kombination aus Empagliflozin und niedrig-dosiertem Semaglutid bewirkt eine nominell höhere MASH-Remission ohne Fibroseprogression. Verglichen mit Plazebo führt die Kombinationstherapie zu einer signifikanten Verbesserung sowohl der MASH-bedingten Steatose als auch der Entzündung. Diese Effekte könnten durch die Semaglutid-induzierte Reduktion von Körpergewicht und Blutglukose vermittelt sein.