Background and aims: The adhesion molecule P-selectin is expressed by endothelial cells and platelets. It is involved in platelet activation and leukocyte adhesion, both important processes in the pathogenesis of atherosclerosis. Our study was designed to assess the predictive value of soluble P-selectin (sP-selectin) on the progression of peripheral atherosclerosis.
Methods: This study is an observational, single centre, cohort study that included 443 patients with established cardiovascular disease (CVD) or at least one cardiovascular risk factor. Over a period of 4 years, each patient underwent three-dimensional (3D) ultrasound to assess plaque volume of the carotid and femoral arteries once per year. In addition, plasma sP-selectin levels were measured at each visit. The association of changes in sP-selectin and peripheral atherosclerotic plaque progression was assessed using growth curve models.
Results: 338 patients were available for statistical analysis. Each standard deviation increase in sP-selectin was significantly (p < 0.001) associated with a 46.09mm3 higher plaque volume. In ROC-analysis, changes in sP-selectin over time showed an optimal cut off value around Δ 0.0µg/ml sP-selectin and significantly improved the predictive value of the ESC-SCORE (AUC for the combination of both parameters 0.75 (95%CI 0.68-0.81, p < 0.001). Patients with increasing sP-selectin showed a significantly higher plaque progression compared to patients with decreasing or stable sP-selectin levels (202mm3 vs. 110mm3, p < 0.001).
Conclusion: Increasing sP-selectin levels can predict higher atherosclerotic plaque progression as measured by 3D ultrasound. We suggest serial measurements of sP-selectin as an easily meas-urable biomarker for peripheral atherosclerotic plaque progression.
Goal:
The mechanical pulse meter (mPm) is a new examination setup that makes it possible to convert the mechanical pulse wave into electrical signals at different pressure levels. These are saved and evaluated. The voltage peaks in the mPm recording represent the times of the fastest expansion of the arterial wall when the pulse wave arrives. The temporal relationship with the R wave of an ECG rhythm strip, which is always applied in the same way (hereinafter referred to as “transit time”), was examined.
Method:
ECG and mPm were recorded simultaneously with an interval (MI) of 0.00598 s. This corresponds to >150 values per second. The recordings were synchronized to within less than 0.00598s. The peaks of the mPm recording (6 compression levels - if recorded sensibly evaluable) and the R waves were used for the calculation. A total of 41 patients were measured; at 40 the results were evaluable (hence n=40), mean age 51,6 years (range 17 to 87, standard deviation 22.9), systolic blood pressure (measured according according Riva-Rocci) 134 mmHg (range 100 to 180, standard deviation 18.8), diastolic mean 83 mmHg (range 70 to 100, standard deviation 8.0) and pulse rate mean 68 beats per minute (range 43 to 97, standard deviation 11.1).
Results:
The overall average time from R wave to mPm peak (transit time) was 39.24 MI (range 30.9 to 47.8, standard deviation 4.7), which corresponded to 0.23 seconds (39.24 MI * 0.00598 s) . The overall average was calculated across all compression levels; by calculating the average for each person, summing these averages and dividing by their number. The following averages emerged among the 6 compression levels: Level 0: 35,56 MI; Level 1: 38.14 MI; Level 2: 38,16 MI; Level 3: 38,66 MI; Level 4: 38,87 MI; Level 5: 39,69 MI. At compression level 1, the following averages were found for each age group: 70 to 87 years: 34,9 MI; 50 to 69 years: 35.7 MI; 30 to 49 years: 41.3 MI and 10 to 29 years 42.9 MI. Equally consistent averages were also found for pulse rate, systolic and diastolic blood pressure.
Conclusion:
The mechanical pulse meter gives consistent and plausible results with an accuracy of less than 0.00598 seconds regarding the transit time of the pulse wave (related to the R wave in the ECG). The test setup used was simple and cost-effective; with a higher recording rate of the voltage measuring devices, even greater accuracy could be achieved.
Keywords:
Mechanical pulse meter, pulse wave, pulse transit time.
Hintergrund: Pseudoaneurysmen sind mögliche Komplikationen von arteriellen Wandschäden, die hauptsächlich durch ein Trauma verursacht werden und als posttraumatische (Spät-)Folgen gelten. Meist entstehen die Pseudoaneurysmen nach einer Zerstörung der Gefäßwand, bei der sich ein Hämatom neben der beschädigten Arterie bildet.
Ziel des wissenschaftlichen „Case reports“ war es, den kinderchirurgischen Kasus eines Mädchens mit posttraumatisch nach suprakondylärer Humerusfraktur im Intervall entwickeltem Pseudoaneurysma der A. brachialis dextra, basierend auf
i) gewonnenen klinischen Erfahrungen im fallspezifischen klinischen Management (und)
ii) selektiven Referenzen der aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Literatur,
zu veranschaulichen.
Ergebnisse (Kasuistik): Bei einem 6-jährigen Mädchen wurden nach Sturz von der Schaukel eine Schwellung und Schmerzen im rechten Oberarm infolge einer suprakondylären Oberarmfraktur mit begleitendem Frakturhämatom festgestellt sowie eine Pulslosigkeit der A. radialis nach Reposition und Kirschner-Draht-Spickung. Dopplersonografisch war eine Durchblutungsstörung der A. radialis nachweisbar, woraus die Indikation zur operativen Rekonstruktion abgeleitet wurde. Intraoperativ bestätigte sich die Gefäßalteration mit tangentialer Gefäßwandeinklemmung infolge des vorherigen Repositionsmaneuvers und Osteosynthese. Die Gefäßwand wurde aus dem Frakturspalt gelöst und übernäht. Der postoperative Verlauf war unauffällig.
Schlussfolgerung: Im Zusammenhang mit Traumata, so bei Kindern vor allem bei Knochenbrüchen, ist stets an eine Alteration der Durchblutung zu denken, um Op-pflichtige Befunde einer suffizienten Versorgung zuzuführen und nachteilige Konsequenzen zu vermeiden.
Ziel: Anhand einer bes. Falldarstellg. der außergewöhnlich lange, über 20 Jahre bestehende femorofemorale AV-Prothesenshunt selten gehandhabter Lokalisation soll diese rare, durchaus erfolgsträchtige Konstellation der Notwendigkeit von täglichen iv-Gaben bei Basisdiagnose Asthma bronchiale illustriert werden.
Falldarstellung: Klin. Konstellation - für eine 68-jährige Frau mit chron. Asthma bronchiale besteht die Notwendigkeit der jahrzehntelangen tägl. iv-Infusionstherapie mit Theophyllin. Nach Ausreizung der periph. Zugangsmöglichkeiten im Sinne des „peripheren Venenverbrauchs“ üblicher Lokalisation erfolgten bei der Patientin die iv-Gaben via an den oberen Extremitäten angelegter AV-Fisteln - mit jedoch jeweils nur mittelfristigem Erfolg.
Seinerzeitig abgeleitetes op. Vorgehen - als ultima ratio erhielt die Patientin vor nunmehr 20 Jahren einen femoro-femoralen („cross-over“-)AV-Prothesenshunt. Dieser war sowohl für die Routine, als auch für die Notfall- & ggf. Selbstpunktion aufgrund der günstigen Lage bei versiertem Selbstbehelf der Patientin, insbesondere aus hygienischer Sicht geeignet.
Langzeitverlauf - i. R. der langjährigen Benutzung hatte sich bisher keine Infektions- als auch Abstoßungsreaktion der Prothese gezeigt. Lediglich einmalig musste bei akutem Verschluss nach 11 Jahren eine Revision mit Thrombektomie erfolgen. Ein Steal-Phänomen konnte ebenfalls nicht beobachtet werden.
Jedoch nach 20 Jahren adäquater Nutzung war es zur Dysfunktion des femoro-femoralen AV-Shuntes gekommen, weshalb die Patientin nach einer transbrachialen DSA einen AV-Prothesenshunt am rechten Oberarm zwischen A. axillaris & V. brachialis mittels 7 mm durchmessender PROPATEN-Prothese (W.L. Gore GmbH, Putzbrunn, Deutschland) erhielt. Der postop. Verlauf zeigte sich außer einer passageren lokalen Weichgewebsentzündung im Prothesenverlauf bei einwandfreier Durchgängigkeit & palpablem/auskultierbarem Shuntgeräusch komplikationsfrei.
Diskussion: Dies ist ein sehr seltener Fall einer atypischen Nutzung eines sicheren venösen Gefäßzugangs mit hohem Nutzungskomfort vor allem im Selbstbehelf ob der femoro-femoralen Lokalisation über 2 Dekaden mit außergewöhnlich komplikationsarmer täglicher Nutzung, die auf den aussichtsreichen Langzeiterfolg hinsichtlich Durchgängigkeit, Infektionsfreiheit & probater Nutzung (auch im eigenen Handling des Patienten als Notfalloption) hinweist.
Voraussetzungen wie:
- Strenges Hygiene-Regime ohne Durchbrüche & Zugeständnisse, sowie
- konsequente Strickleiter-basierte Anpunktionen (strikte Vermeidung
komplikationsbegünstigender Arealpunktion [Aneurysma, Stenose, thrombot.
Verschluss, Punktionsblutung] [!]), als auch
- exakte gefäßchir. Technik
erscheinen unabdingbar, wie bei der Patientin wenig überraschend eruiert, um den Langzeiterfolg abzusichern. Damit konnten mögl. herstellungstechnische Nachteile des seinerzeitig verwendeten Prothesenmaterials (bisher nicht zu eruieren) im Vergleich zu heute kompetent ausgeglichen werden.
Das Kasabach-Merritt-Syndrom(KMS) umfasst das Auftreten von Hämangioendotheliomen (Riesenhämangiome mit darin ablaufenden Thrombosierungen, zur Thrombozytopenie führend), die mit einer Verbrauchskoagulopathie einhergehen.
Ziel: Basierend auf i) selektiv eruierten Referenzen der aktuellen themenbezogenen medizinisch-wissenschaftlichen Literatur und ihren Empfehlungen sowie ii) eigenen klinischen Managementerfahrungen aus dem abdominalchirurgischen Alltag, soll der spezifische Kasus einer elektiven Cholezystektomie(CCE) bei KMS mittels wissenschaftlichem „Case report“ beispielhaft umrissen werden.
Methode: Wissenschaftl. Fallbericht
Ergebnisse: Kasuistik (Patienten-, Befund- & Therapie-spezifische Charakteristika)
Anamnese: Bekanntes KMS des linken Arms und oberen Thoraxapertur, rezidivierende Thrombophlebitiden - linker Arm und Thoraxvenen, Z.n. GI-Blutung bei Mallory-Weiss-Syndrom 2006, chronische Anämie bei Vitamin-B12-Mangel, Typ-A-Gastritis, Z.n. Blutungskomplikationen nach Zahnextraktionen/offen-chirurgischer Appendektomie 1962/Sectio caesarea 1968 mit Massentransfusion (60 EK’s), intraabdominelle Verwachsungen, Hypothyreose, beginnende Leberzirrhose.
Symptomatologie: Typisch für Cholezystolithiasis(CCL)
Diagnostik: Nativsonografisch CCL, Zirrhose nicht bestätigt im Fibroscan. Intravasale Gerinnungsaktivierung mit erhöhten Prothrombinfragmenten, D-Dimeren und verminderter Antiplasmin-Konzentration. Gesteigerte Fibrinolysekapazität. Aktuell keine sekundäre Thrombozytopenie oder Faktor-XIII-Verminderung. Ebenso normwertige Fibrinogenkonzentration. Kein Hinweis auf das Vorliegen eines erworbenen von-Willebrand-Syndroms.
Diagnose: Chronisch-fibrosierende Cholecystitis bei CCL und stattgehabter akuter Cholecystitis (3 Monate zuvor) mit Op-Indikation.
Therapie: Laparoskopische CCE ohne Revision der Gallenwege und Oberbauchadhäsiolyse (Histologie: Chronisch-fibrosierende Cholecystitis mit Gallenblasenwandverdickung ohne Anhalt für Malignität) unter perioperativer Antibiotikaprophylaxe sowie Plavix-Pausierung über 7 d präoperativ, „Bridging“ mit kurz wirksamem reversiblen Aggregationshemmer (Clexane 1x40 mg s.c.; Sanofi-Aventis, Frankfurt/Main, Germany), 1 h präoperativ 15-20 mg/kg KG Cyclocapron i.v. (Pfizer Pharma PFE GmbH, Berlin, Germany), nochmalig 6-8 h danach; dann 500 mg Cyclocapron 6-stündlich bis einschließlich 3. POD. Intraoperativ: Sichtbar gestaute Venen, jedoch nicht im unmittelbaren Op-Feld (Gallenblasenbett der Leber und Calot’sches Dreieck).
Outcome: Unauffällig, keine (Blutungs-)Komplikationen.
Schlussfolgerung: Bei anstehender operativer Versorgung ist der Eingriff sorgfältig zu planen (insbesondere unter elektiven Kautelen) hinsichtlich der Hämangiomausdehnung und der Tangierung des potenziellen Op-Feldes bzw. einer Prüfung von Alternativoptionen des Vorgehens (Zugangslokalisation, offen/laparoskopisch etc.), um intra-/postoperativ Blutungskomplikationen bestmöglich für die Wahrung einer hohen Patientensicherheit zu vermeiden.
Einführung: β2-Adrenorezeptoren werden von einem einzigen Gen (ADRB2) kodiert. Die zwei häufigsten bekannten Single-Nukleotid-Polymorphismen (SNPs) betreffen die Nukleotide 46 und 79 und resultieren in einem Austausch der Aminosäuren an Position 16 (Arginin [Arg] zu Glycin [Gly]) und 27 (Glutamin zu Glutamat).[1] Aufgrund der vielfältigen Funktion der β2-Adrenorezeptoren wurden die SNPs bereits mit einer großen Anzahl von Krankheitsbildern wie zum Beispiel arterieller Hypertonie, ischämischen Schlaganfällen und Rheumatoider Arthritis assoziiert.[1–3]
Zielsetzung: Untersuchung der zwei häufigsten bekannten SNPs des ADRB2-Gens als potenzielle Risikofaktoren für hochgradige extrakranielle ACI-Stenosen.
Methoden: Untersucht wurden die zwei häufigsten ADRB2-Polymorphismen bei einer Population von stationär gefäßchirurgischen Patienten am UKL (n= 210; Alter 65,7±11,8 J.; 74,8% männlich).
Die Charakterisierung der Polymorphismen erfolgte mittels DNA-Extraktion aus EDTA-Blut-Leukozyten und Polymerase-Kettenreaktion mit sequenzspezifischen Primern (SSP-PCR).[2]
Anhand des Aufnahmegrundes wurden zwei Gruppen unterschieden: Gruppe A: n=103 Patienten mit hochgradiger, extrakranieller ACI-Stenose (>70% nach NASCET-Kriterien) zur Carotis-Intervention; Gruppe B: n=107 Patienten mit Interventionen am peripheren Gefäßsystem (hauptsächlich PAVK; Aneurysmata, Amputationen bei DFS u.a.) ohne bekannte hochgradige Carotisstenose oder diesbezügliche Anamnese. Es erfolgte eine retrospektive Analyse der Genotypenverteilung in Zusammenschau mit klinischen Daten. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS.
Ergebnisse: Für die Genotypenverteilung an Position 16 wurde ein signifikantes Verteilungsungleichgewicht zwischen den beiden Gruppen festgestellt (p=0,047). Die Genotypen befanden sich für Codon 16 im Hardy-Weinberg-Gleichgewicht.
Homozygotie für Gly wurde häufiger für Gruppe A als für Gruppe B nachgewiesen (OR 2,6, CI 1,2 bis 5,9; p= 0,017). Gruppe A war konsekutiv signifikant seltener Carrier für Arg als Gruppe B. Für Position 27 wurde kein Verteilungsungleichgewicht beobachtet.
In Bezug auf die klinischen Risikofaktoren Alter, Geschlecht, Nikotinkonsum, Vorliegen von Hypertonie und KHK gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den zwei Gruppen.
Der Carrierstatus von Gly an Position 16 war bei der Gesamtheit der Patienten signifikant mit dem Vorliegen einer Hypertonie assoziiert (OR 3,3, CI 1,5 bis 7,4; p=0,003).
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse sprechen für einen Zusammenhang zwischen dem Genotyp an Codon-Position 16 und dem Auftreten einer hochgradigen ACI-Stenose bei Patienten mit vorhandener Risikokonstellation. Möglicherweise begünstigt der Genotyp Gly16Gly bei diesen Patienten eine hochgradige extrakranielle Carotisstenose und der Carrierstatus von Glycin eine Hypertonie. Die Charakterisierung der ADRB2-Polymorphismen könnte zukünftig eine Rolle in der besseren Differenzierung von Hochrisikopatienten mit Arteriosklerose spielen.
Background: Pain in the left flank and groin region comprises a broad spectrum of differential diagnosis.
Aim: To illustrate the rare diagnosis as well as a possible and suitable treatment option of NCS
Material and Methods: Scientific case report based on i) clinical experiences obtained in the clinical and perioperative management of this single patient and ii) selective references from the medical scientific literature
Results (Case presentation): Medical history and clinical finding: A 32-years old male patient was admitted to the Dept. of Radiology for embolization of the left spermatic vein due to a testicular varicocele and pain in the groin region.
Diagnostic measures: Digital subtraction angiography (DSA) scans revealed a reversed flow in the left spermatic vein and pronounced collateral circulation of the left renal vein (LRV). A computed tomography(CT)-Angiography scan showed an angle between the longitudinal axis of superior mesenteric artery(SMA) and that of aorta of lower than 17°. Therefore, the finding was interpreted as the diagnosis “NCS”.
Therapy: The decision was made for a surgical treatment and the patient was electively admitted to the hospital. The surgical therapy comprised transposition of the SMA to the infrarenal section of the aorta.
Postoperative course: The patient was transferred to the ICU for one day of observation. On the following day, the patient was transferred back to the normal vascularsurgical ward with stable cardiopulmonary/-circulatory conditions. An immediate post-operative CT-Angio control showed no bleeding complication and regular visceral perfusion. Clinical status improved substantially, there were no further pain attacks.
Conclusion: NCS is considered a rare diagnosis, with almost unknown prevalence. This diagnosis needs to be taken into account in case of left-side flank and groin pain especially in combination with proteinuria. A possible therapy of the NCS is the placement of a stent in the LRV. Due to the lack of data on the long-term-outcome in case of stent-implantation in the LRV, this approach remains for unoperable of high surgical risk subjects. Transposition of the SMA can be a good alternative therapeutic approach, with a more long-term prospect and prognosis, as shown in the presented case.
Einführung und Zielsetzung:
Die Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) gilt bei hochgradiger Aortenklappenstenose als etablierte Therapieoption. Über 20.000 transfemorale TAVI-Prozeduren werden jährlich in Deutschland vorgenommen. Vaskuläre Komplikationen (VC) sind dabei mit erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsraten verbunden. Nach Einführung vaskulärer Verschlusssysteme (VCD) ließen sich die initial hohen vaskulären Komplikationsraten deutlich reduzieren. Ein wichtiges Ziel im klinischen Alltag bleibt daher, periprozedurale Komplikationen zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen.
Fallvorstellung:
Drei Monate nach erfolgreicher transfemoraler TAVI waren bei einer 73-jährigen Patientin bei der kardiologisch-angiologischen Nachkontrolle ein femorales Strömungsgeräusch, abgeschwächt palpable Pulse von A. poplitea, A. tibialis posterior und A. dorsalis pedis und ein auf 0,7 reduzierter Knöchel-Arm-Index (ABI) rechts aufgefallen. Die Pat. hatte angegeben, postprozedural durch neu aufgetretene rechtsseitige Wadenschmerzen nach 200 – 300 Metern in ihrer Gehstrecke limitiert zu sein, was ihre täglichen Nordic Walking-Aktivitäten und ihre Lebensqualität erheblich behindere. Der hämodynamische Schweregrad der Durchblutungsstörung entsprach dem Fontaine-Stadium IIa bzw. Rutherford I/1.
Als ursächlich ergab die farbkodierte Duplexsonographie eine VCD-induzierte, filiforme Abgangsstenose (Vmax 6 m/s) der rechten A. femoralis superficialis (AFS) bei mäßiger Plaquelast in der A. femoralis communis (AFC) und ohne Beteiligung der A. profunda femoris (Abbildung 1). Laut Valve Academic Research Consortium-2 Kriterien (VARC-2) handelt es sich um eine zugangsbezogene Minor-Gefäßkomplikation. In der interdisziplinären Gefäßkonferenz fiel die Entscheidung zur gefäßchirurgischen Revaskularisation. Intraoperativ bestätigte sich die subtotale Verlegung der proximalen AFS durch Verkeilung des intravaskulären Ankers des VCD (MANTA) in der Bifurkation (Abbildung 2). Es folgten die Entfernung des VCD und Thrombendarteriektomie mit Patchplastik. Die postoperative angiologische Diagnostik ergab die Normalisierung des ABI mit Anstieg auf 1.
Diskussion:
Das MANTA™-VCD wurde für den Verschluss großer femoraler arterieller Zugänge (z.B. nach TAVI) entwickelt, die assoziierten VC-Raten werden auf bis zu 11% beziffert. Im vorgestellten Fall mit Gefäßzugang in der AFC-Bifurkation blieb der Anker des MANTA-VCD in der Bifurkation hängen und verursachte eine symptomatische Durchblutungsstörung, was die Notwendigkeit einer sonographisch geführten Punktionstechnik verdeutlicht. Neuere Studien zeigen zudem, dass durch ultraschallgestützte Applikation des VCD die Komplikationsrate signifikant gesenkt werden kann.